Mittwoch, 8. März 2017

Wenn die Gugge spielt...



Wir haben die Fasnacht natürlich optimal genutzt und unserem ganz persönlichem Hobby gefrönt: Guggenmusik hören! So viel getanzt haben wir schon lange nicht mehr und wenn auch der eine oder andere über schmerzende Füsse klagt, hat es sich dennoch gelohnt. Guggen, ihr habt dieses Jahr alle gerockt!

Begeistert waren wir (beziehungsweise vor allem Lilo als glühender Fan der Buchreihe „Outlander“) von den Kostümen der Akkordwürger. Als Highlander und schottische Prinzessinnen verzauberten sie das Publikum. Wunderschöner Stoff, wunderschöne Perücken, super geschminkt: Es war ein fantastischer Anblick! Hin und wieder haben wir sogar das eine oder andere nackte, behaarte Männerbein gesichtet. Allerdings trauten wir uns schlussendlich dann doch nicht die Frage aller Frage zu stellen: Was tragen die wilden Schotten unter dem Rock?

Musikalisch waren die Würger auch dieses Jahr erste Sahne. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns der Tambourmajor Patrick Jordi, der vollen Körpereinsatz gab. Beim Charivari hatten wir sogar ein bisschen Angst, dass er vor lauter Zappeln rückwärts vom Bank stürzt. Er hat uns so beeindruckt, dass wir  sogar geneigt sind ihm die boshaften Zeitungsartikel über Schnitzelbänke zu verzeihen…

Mottogerecht waren die Pflotschdäppeler unterwegs. Als Panzerknacker verkleidet sind sie aus dem Gefängnis uf und dervo. Kreative Idee, tolle Musikstücke, viel Stimmung…wir lieben euch, Pflotschis! Beeindruckt waren wir insbesondere von den Panzerknackern – Omas am Glockenspiel. Hochkonzentriert verliehen sie den Stücken eine besondere Note und liessen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

In 80 Tagen um die Welten wollten die Pouseblooser, sie blieben dann aber doch lieber in Langenthal. Zum Glück für uns, denn sonst hätten wir das wuchtige „Phantom der Oper“ verpasst, das sie zum Besten gaben. Gänsehaut pur! Die Weltkarte hatten sie auch dabei. Auf den Kostümen zumindest.

Seit 25 Jahren ein Cabaret haben die Extrem – Gurgler. Sie gönnen sich zum Jubiläum wunderschöne Kostüme und eine Burlesque – Tänzerin. Die Dame konnte sich wie eine Banane verbiegen und war zweifellos ein verführerischer Anblick (böse Zungen behaupten ja, dass es manchem Musikanten schwer fiel, sich auf das Spielen zu konzentrieren). Aber auch ohne solche Zuckerstückchen können die Gurgler überzeugen mit tollen, fetzigen und super arrangierten Stücken!

Die Chischtelärmer sind als Mary Poppins unterwegs. Trotz dazu passender Schirme bleiben sie aber am Boden und machten ihren Namen alle Ehre. So gefällt uns Lärm! Sie waren einfach supercalifragilisticexpialigetisch (und als echter Mary Poppins Fans können wir das Wort auch problemlos aussprechen.)

Wir wissen nicht ob es daran liegt, dass auch wir immer älter werden aber irgendwie erschienen uns die Tönlifurzer dieses Jahr noch kleiner als sonst. Dass es aber nicht auf die Grösse ankommt bewiesen sie eindrücklich. Guter Sound, gute Stimmung. Für Nachwuchs ist gesorgt.

Flaschengeister haben ja oft einen boshaften Zug an sich. Die so kostümierten Dorfbachschränzer dagegen sind einfach gut drauf. Beim Umzug amüsierten sie uns vor allem durch ihren eindrücklichen Kampf mit den verflixten Pelerinen, gestern beim Charivari rissen sie uns auch musikalisch mit.

Mythologisch unterwegs waren auch die Blächsuger. Sie waren als Ikarus kostümiert. Nun in den letzten beiden Tagen kamen sie auf jeden Fall nicht in Gefahr, dass die Sonne ihnen die Flügel wegschmilzt. Ihre Tambourmajorin ist jung und zierlich, hat die grosse Gugge aber perfekt in Griff. Egal ob Charivari oder Guggenspektakel: Die Blächsuger rissen uns immer mit.

Sind das wirklich die Chlepf – Schitter?  Das fragte sich wohl der eine oder andere beim Anblick der farbenfrohen Kostüme. Sonst eher düster unterwegs hatten sie sich dieses Jahr den Film „Frozen“ als Motto ausgesucht und zogen als Elsas, Annas, Christofs und Olafs („ich liebe Umarmungen“) durch die Gassen. Spätestens wenn man sie hörte, wusste man aber: Ja, das sind die Chlepf – Schitter! Dieser Sound ist einfach unverwechselbar.

Für uns ebenfalls immer ein Highlight sind die Vändiulüfter. Sie feierten ihr Jubiläum in Steampunk – Kostümen. Besonders beeindruckend waren die dazugehörigen Masken, die man am Gönnerabend und am Umzug bewundern durfte. Dieser Rhythmus geht einen einfach durch Mark und Bein. Und spätestens wenn „Run“ angestimmt wird, schmelzen die Herzen dahin…

Schon ewig lange dabei, aber einfach immer noch fantastisch sind die Fiel – Harmoniker. Als Joker verkleidet sorgten sie für Schunkelstimmung und gute Laune. Eine Fasnacht ohne Fiel – Harmoniker wäre einfach nur eine halbe Fasnacht.

Haub – Haub entschieden sich für viel Fell und schwitzte darin wohl ordentlich. Ihrem Spiel merkte man das allerdings nicht an. Mit tollem Guggensound brachten sie die Halle beim Charivari zum Kochen.

Die Megadüdler waren zwar gekleidet wie eine Hockeymannschaft, wagten sich aber dann doch nicht aufs Eis, sondern an die Fasnacht. Zum Glück für uns. Wenn die Düdler spielen, steht auch der grösste Tanzmuffel auf und rockt die Bude. Sie schlossen den Charivari ab und sie meisterten diese Aufgabe mit Bravour.

Die Storchegugger gehören ebenfalls nicht zu den grössten Guggen, aber auch sie verstehen es durch kluge Arrangements guten Sound zu produzieren. Macht immer wieder Spass ihnen zuzuhören. Nur das Kostüm durchschauten wir ehrlich gesagt nicht so ganz.

Keine Gedanken über das Kostüm müssen sich die Tambouren machen. Ihres ist ja vorgeschrieben. Phänomenales Rhythmusgefühl, tolle Show, viel Leidenschaft: Auch dieses Jahr waren sie ein Genuss für Auge und Ohr. Und wir stellen fest: Keine Gugge hat so viele kreischende Groupies wie die Tambouren. Sind aber auch fesche Burschen.

Auch für das Thema Steampunk entschieden sich die Strosse – Füdeler. Während bei Charivari die eine oder andere Gugge etwas blass um die Nase aussah, gaben sie auf und neben der Bühne Vollgas. Sie spielen nicht nur, sie tanzen auch gleich noch selbst mit. Ihre Energie beeindruckt uns jedes Jahr aufs Neue.

So ich glaub, das waren alle Guggen, die wir dieses Jahr gehört haben. Vielleicht fehlt die eine oder andere (weil gewisse Leute ihrer Sucht frönen mussten und eine gewisse Lilo dem Gruppendruck nicht immer so standhalten konnte), aber den Grossteil haben wir dieses Jahr wirklich gehört. Jetzt ist unsere Guggensucht erstmal gestillt. Bis zum nächsten Jahr! Wir freuen uns schon.

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