Dienstag, 14. März 2017

Das Drama bekommt eine neue Dimension




Nachdem völlig hysterischen Umstyling der letzten Woche könnte man meinen GNTM würde endlich in ruhigere Gewässer kommen. Doch nichts da! Denn der grösste Teil der jungen Damen erleidet einen akuten Rückfall in die Kindergartenzeit…zumindest lässt ihr Verhalten darauf schliessen.

Romeo und Julia

Die Folge beginnt genauso wie die andere aufgehört hat: Mit vielen Tränen. Dieses Mal ist es Greta die mit den Falten um den Mund, inzwischen auch bekannt als die Jackenexpertin), die von einem Heulkrampf geschüttelt wird. Grund: Sie ist inzwischen schon so lange von ihrem Freund getrennt und der Kummer darüber, nicht in seiner Nähe zu sein, überwältigt sie mit jäher Macht. Es sei so schlimm, dass sie überlege auszusteigen, schluchzt sie in die Kamera.

Die Drohung würde wahrscheinlich einschlagen, wenn sie in dieser Staffel nicht schon mindestens zwanzigmal gefallen wäre. Und mal ehrlich: Was stellt sich Greta eigentlich vor? Sollte sie tatsächlich den Durchbruch als Model schaffen, wird sie ständig unterwegs sein und dabei kaum ständig ihren Freund mitschleppen können. Das muss ihr doch klar gewesen sein, als sie sich für diesen Beruf entschied. Dennoch vergiesst Greta so bittere Tränen über die Trennung von ihrem Freund, als wäre sie Julia, die über den toten Leib ihres Romeos weint.

Glücklicherweise entscheidet sie sich aber dagegen sich einen Dolch ins Herz zu rammen und ist schon am nächsten Tag beim grossen Shooting wieder putzmunter. Der Schmerz ist überwunden, Greta will sich jetzt ganz auf ihre Arbeit konzentrieren.

Lass uns im Sandkasten spielen

Die Arbeit der Models besteht in dieser Episode darin sich von einem Ventilator massenhaft Sand ins Gesicht blasen zu lassen. Fotograf ist Kristian Schuller, der für seine aufwendigen Inszenierungen bekannt ist. Dieses Mal fand ich es allerdings nicht so dolle. Die Models waren nun einmal vor allem eins: Dreckig. Und sexy. Es wäre schön, die Damen auch mal anders zu sehen als aufreizend.

Die Kostüme sind allerdings wirklich klasse. Nur Lynn ist anderer Meinung. Sie findet, sie sei zu sehr angezogen. Da verschlägt es selbst mir als eingefleischte Topmodel Guckerin die Sprache. Die Beschwerde hatten wir jetzt echt noch nie. Stehen junge Frauen denn wirklich so drauf halbnackt durchs Fernsehen zu rennen? Wie dem auch sei, Lynns Wunsch wird erfüllt, ihr Outfit wird gekürzt. Angeblich hat die Kostümbildnerin das entschieden. Vielleicht ging ihr Lynns Gejammer aber auch nur so auf die Nerven, dass sie sich für den leichteren Weg entschied. 

Sabine hat keine Probleme mit ihrem Kleid dafür mit der Tatsache, dass kübelweise Sand über ihrem Kopf ausgeschüttet wird. Als wäre das nicht schon unangenehm genug, kreischt ihr Heidi Klum auch noch ständig zu, sie solle die Augen offen halten, was ihr verständlicherweise schwerfällt. Und um sie noch ein bisschen mehr piesacken betont Heidi ständig, wie toll Sabines Shootingpartnerin Brenda ihre Sache doch machen würde. „Mit Hut hätte ich das auch gekonnt“, kommentiert Sabine bissig. Was der Hut damit zu tun hat, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Auch Melina hat grosse Mühe mit dem Shooting und man ahnt es bereits: Für die sympathische Kandidatin könnte es knapp werden.



Box dich aufs Cover

Zum ersten Mal dürfen die Mädels auf ein Castings. Allerdings nicht alle: Nur vier gehören zum Kreis der Auserwählten: Céline, Serlina, Carina und Maja dürfen um das begehrte Shape – Cover kämpfen.

Carina unterdessen übt sich weiter darin, in Fettnäpfchen zu treten. Unverändert selbstbewusst erklärt sie, gut hörbar für all ihre Konkurrentinnen, dass sie sich bei der Gruppenchoreografie zurücknehmen müsse, da sie ja nicht oben hinausschiessen dürfe. Das bringt vor allem die mürrische Leticia auf die Palme. Aber auch Neele scheint von Carina nicht besonders angetan zu sein. „Ich dachte, es geht um den Körper“, meint sie abschätzig, als Thomas Carinas Teilnahme am Casting verkündet. Da sage noch einer, Männer würden Frauen in die Magersucht treiben. Frauen schaffen das auch ganz alleine.

Spannend: Weder Leticia noch Neele sind bescheidene Menschen. Was sie an Carina aussetzen, machen sie ja auch selbst. Leticia zum Beispiel lästert über die anderen Mitglieder in ihrem Team, weil diese zu brav seien und aus völlig unerfindlichen Gründen verlangen, dass sie ihr benutztes Geschirr abspült. Wenn zwei dasselbe tun ist es eben nicht das Gleiche.

Beim Casting müssen die vier Auserwählten Sport treiben. Und ein Boxtraining absolvieren. Schlussendlich ist es nicht die überehrgeizige Carina, die gewinnt, sondern die süsse Céline. Schlussendlich arbeiten die Fotografen eben auch lieber mit sympathischen Frauen.

Irgendwo in einer Wüste

Durch die ganze Episode ziehen sich Streitereien. Mal geht es darum, dass Anh, Romina und Melina lieber für sich proben als mit den anderen. Dann geht es darum, wer die Choreographie  besser drauf hat. Dann um die Ordnung im Haus. Irgendwas finden sie immer zum Streiten.    

Der abstruseste Streit findet schliesslich beim finalen Walk statt. Natürlich können die Models nicht auf einen normalen Laufsteg gehen, wie es sich für eine ordentliche Modeshow gehört. Nein, die Mädels müssen mit mörderisch hohen Haken über den steinigen Boden eines Autofriedhofs staken. Logisch, dass da einige arg ins Wanken kommen. Sabine beschwert sich darüber, dass ihr Weg der Steinigste sei, worauf Neele sie anfährt, sie habe genau gleich viele Steine auf ihrer Bahn. Eine philosophische Diskussion, die allerdings nur ein paar Sekunden später von Team Michael überboten wird. Dort geraten sich die Kandidatinnen wegen der Reihenfolge der Läuferinnen in die Haare.

Es fragt sich nur, wieso keines der Models auf die Idee kommt, sich mit der Jury anzulegen. Dieselben Frauen, die fast einen Anfall bekommen, wenn ihnen ihr Kleid nicht gefällt oder sie einen neuen Haarschnitt bekommen, akzeptieren es einfach, wenn sie sich wegen einer bescheuerten Aufgabe fast die Haxen brechen.

Ein paar Stöckelschuhe müssen daran glauben, die Models bleiben glücklicherweise alle ganz. Nur muss halt jede Woche eine gehen. Dieses Mal trifft es Melina. Von der Leistung her hat es schon seine Berechtigung. Charakterlich hätte es andere sicher eher treffen sollen.

Nur beurteilt das eine Heidi Klum eben nicht.

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