Sonntag, 6. November 2016

No Nazi!




Es ist manchmal auch für ein Einhorn schwer zu glauben, dass das Gute am Ende triumphiert. Wenn ich mir die Nachrichten ansehe oder die Zeitung aufschlage…Man, läuft da viel schief. Errichtung einer Diktatur in der Türkei, Donald Trump, der lügt und hetzt und trotzdem gute Wahlchancen hat, ein Bürgerkrieg in Syrien, der Strömen von Blut fordert, geschlossene Grenzen, verzweifelte Menschen, Hassreden in Moscheen, ein immer tiefer werdenden Graben zwischen den Religionen und den Parteien, die alles verschlingende Digitalisierung…und man steht da, kann nichts tun, weiss nicht was tun und alles erscheint falsch und sinnlos im Licht dieser Katastrophen.

Und dann ist da noch das Gespenst des Rechtsextremismus, das sich aus seinem Grab erhoben hat und mit kalten Fingern nach uns greift. Ein AfD – Politiker in der Arena, Nazis im Toggenburg, ein Blocher, der das hinterher verniedlicht, eine PNOS, die auf einmal wieder mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht…und irgendwie scheint niemand so recht zu wissen, was man tun soll.

Es ist wichtig, Rechtsextremismus den Riegel zu schieben. Ohne Wenn und Aber. Ja, wir haben Meinungsfreiheit. Ja, es ist auch nicht richtig, wenn Linksextremisten Autos demolieren. Ja, wir haben Versammlungsfreiheit.  Ja, man sollte diese Arschlöcher nicht noch eine Plattform bieten. Ja, die PNOS haben so gut wie keinen politischen Einfluss. Und doch: Nazis haben in der Schweiz nichts zu suchen. Sie haben nirgendwo etwas zu suchen.

Seid ihr mal auf der Webseite der PNOS gewesen? Es ist grauenhaft. Das ist keine Partei. Das ist eine Bande von rassistischen, gewaltbereiten Schweinen. Ich verstehe nicht, wie man so etwas akzeptieren kann. Verdammt, wir zensieren uralte Kinderbücher und streichen Wörter wie „Mohrenkopf“…aber eine Partei, die offen zur Gewalt aufruft und Rassentheorien verbreitet, das ist dann okay oder was? Das ist doch schizophren!

Wir müssen diesem braunen Gedankengut den Riegel schieben und verhindern, dass es in unsere Herzen fliesst. Unbedingt.

Hört auf zu hassen. Und denkt lieber ein bisschen mehr!

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Sie sangen voller Leidenschaft,
Von ihrem Vaterland und ihrer Heimat,
Und von den Fremden, die stehlen,
Was rechtmässig doch ihnen gehört.
Und wir zuckten mit den Schultern,
Denn es war doch nicht so schlimm.

Sie hielten grosse Reden,
Was falsch ist und was recht,
Was man sagen und  man tue müsse,
Was man denken und fühlen darf,
Und ganz am Ende, da erklärten sie,
Was Mensch ist und was nicht.
Und wir sagten nichts dazu,
Denn es war doch nicht so schlimm.

Sie marschierten durch die Strassen,
Wut im Bauch und Feuer in den Augen,
Sie schrien nach Blut, sie schrien nach Kampf,
Sie schrien ihre Lügen, so laut, dass die Wahrheit zerbrach,
Und wir sahen tatenlos zu, wie sie zerbarst,
Denn es war doch nicht so schlimm.

Sie schrieben ihre Flugblätter,
Mit Buchstaben, die durch die Seele brannten,
Mit Worten, die den Hass verstreuten,
Mit Hetze und mit Parolen,
Die Geist und Herz vergiften.
Doch wir wandten nur den Blick ab,
Denn es war doch nicht so schlimm.

Sie verlangten nach der Macht,
Und wollten selbst bestimmen,
Dafür warfen sie mit Steinen,
Und schrien alle nieder,
Dafür bedrohten und beschimpften sie,
Jene, die ihnen nicht folgen wollten,
Dafür schlugen sie zu,
Und zückten die Waffen,
Und wir, wir sahen nicht hin,
Denn wir wagten es nicht mehr.

Sie waren nun die Herren,
Über ihr Vater – und Heimatland,
Und tot waren jene,
Denen sie das Recht auf Leben abgesprochen,
Und tot waren jene,
die das Falsche glaubten,
Und tot waren jene,
Deren Blut nicht rein war für sie,
Und tot waren jene,
Die nicht schweigen wollten,
Und tot waren jene,
Die den Gehorsam verweigert hatten.
Und wir, wir wissen jetzt,
dass es schon immer schlimm gewesen ist
Und doch schweigen wir nun für immer
Weil auch unser Blut die Strassen benetzt.

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