Montag, 15. Februar 2016

Hinter den Kulissen des Clanum Mystericum VII: Adieu Vampire!



Es war einmal…

Die Fasnacht 2016 ist schon wieder Geschichte für uns. Insgesamt 16 Auftritte (Zufall, war nicht beabsichtigt) haben wir erfolgreich über die Bühne gebracht. Passend für den Clanum mit immer wechselnder Mitgliederzahl (einmal vier, einmal fünf, einmal drei). Trotz unseres Mottos ‚Bis(s) zum Morgengrauen‘ waren wir gezwungen an der diesjährigen Fasnacht kürzer zu treten. Zum einen weil das Wetter nicht so tat, wie wir uns das wünschten, zum anderen weil uns die Mitglieder scharenweise ins Bett fielen. Das feuchte Wetter hilft bei Erkältungen nur bedingt. In voller Formation konnten wir nur den Gönnerabend wahrnehmen. Mit Verlusten muss man eben rechnen.

Trotzdem war es eine schöne Fasnacht! Dieses Jahr feierten wir ein Mini – Jubiläum von fünf Jahren. Als wir angefangen haben, war ich süsse neunzehn Jahre alt und hatte eigentlich keinen Plan von Schnitzelbank schreiben. Wir mussten immer viel – zum Teil auch sehr berechtigte – Kritik einstecken und haben mit unseren Darbietungen die Langenthal mehr als einmal irritiert. Aber für uns war das immer ein Ansporn es jedes Jahr besser zu machen und es noch einmal zu versuchen. Diese Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt, wir haben bewiesen, dass wir konstruktive Kritik umsetzen können und wollen, ohne dabei das Besondere zu verlieren.

Wir haben aber auch bewiesen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen. Wir verstehen Spass. Wir haben kein Problem damit, wenn wir in Versen von anderen Schnitzelbanken auftauchen, man darf getrost unseren Namen verhunzen, wenn uns jemand unter die Röcke schlüpfen will, lachen wir darüber und wenn uns jemand nicht gut findet, steht es diesem selbstverständlich frei eine rauchen zu gehen oder die Toilette aufzusuchen. Alles im Toleranzbereich.

Es gibt aber auch an der Fasnacht gewisse Anstandsregeln. Wenn uns in einem Lokal ständig irgendwelche Schlotternamen zugerufen werden oder uns bewusst die Pointen versaut werden, weil jemand findet, er müsse uns jetzt reinbrüllen, finden wir das nicht witzig, sondern respektlos. Die letzten Jahre ist das leider in einem Restaurant ständig vorgekommen und dummerweise haben wir uns davon immer sehr einschüchtern lassen.

Mit zunehmenden Selbstbewusstsein verunsicherte es uns nicht mehr, es ärgerte uns. Dieses Jahr ist unserer Oberhexe dann der Kragen geplatzt und sie ist einfach wieder rausmarschiert. Pflichtgetreu sind wir ihr nachgeeilt – der arme Dimitri musste den Helgenständer wieder rausschleppen -, wurden dann jedoch (erstaunlicherweise) vom Publikum wieder zurückgeholt. So still war es in dieser Beiz noch nie, wie nach diesem kleinen Ausbruch. Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Wir haben viel Zeit, viel Geld und viel Liebe in Kostüme, Helgen und Verse gesteckt. Dafür verlangen wir kein Lob und keinen Applaus, aber Respekt. Auch wenn wir jung sind, auch wenn wir keine Anwälte, Ärzte oder sonstige Lokalberühmtheiten in unseren Reihen haben, verdienen wir es, dass man uns Achtung entgegenbringt.    

Das war allerdings nur ein kleiner Wehrmutstropfen in einem wunderbaren Schnitzelbankrundkurs. Es war einfach nur…geil! Vor der Fasnacht (als ich mal wieder rumgejammert habe, Schande über mich) hat mich jemand gefragt, warum ich es denn überhaupt mache. Nach Biberist und dem Schnitzelbankrundkurs wusste ich es wieder. Vorher sterbe ich jedes Mal tausend Tode, sobald ich den ersten Satz sage, ist das wie weggeblasen.

Was soll ich noch sagen? Die Vampire kehren wieder in ihren Sarg zurück, doch der Clanum bleibt. Wir haben da noch ein paar schräge Iden im Hinterkopf…

Danksagungen:

So ein Projekt lässt sich nur umsetzen, wenn ganz viele freiwillige Helfer im Hintergrund mitwirken. Unser innigster Dank geht dabei an folgende Personen:
-       
A  An unsere Mutter danken wir  für das Händchenhalten, für die Aufmunterungen, für das Häkeln am Schultertuch und dafür, dass sie über die Fasnacht immer kurzfristig ein Hotel eröffnet. Und dafür, dass sie es mit Humor trägt, dass sie einen nicht sehr schmeichelhaften Gastauftritt in einem unserer Verse hatte. Meinem

-      An unseren Vater, der unseren Helgenständer immer wieder neu konstruiert, um es uns leichter zu machen, der wunderbare Fotos von uns geschossen hat und der von Anfang grosse Begeisterung für unser Projekt gezeigt hat. Und dafür, dass er uns über die Fasnacht stets kulinarisch verköstigt.

-      An meinen Schwager, der uns diese wunderbaren Helgen malt. Irgendwie tauchen zwar mit jedem Jahr mehr halbnackte Damen auf, aber das ist wohl die berühmte künstlerische Freiheit.

-      An Lucians Eltern, die ihrem Sohn freundlicherweise ihr Auto zur Verfügung gestellt haben. Ohne das hätten wir nach Biberist laufen müssen.

-      An die Biberister: Sie haben uns trotz des Regens einen warmen Empfang bereitet. Die Stimmung in den Lokalen war grandios und wir haben jede Minute bei euch genossen!

-      An Markus Müller: Dafür, dass er uns jedes Jahr seine Räume für die Proben zur Verfügung stellte. Wir waren vermutlich die ersten Vampire, die sich im Katholischen Kirchgemeindehaus häuslich eingerichtet haben und er hat sich davon nicht gross einschüchtern lassen.

-      An unseren Stadtpräsidenten: Danke, dass Sie uns im Bären so kreuzfalsch angesagt haben. Immerhin sind wir dank Ihnen die einzige Schnitzelbank, die es fertigbringt sich neu zu gründen und doch am Ende des Auftritts eine Jubiläumsplakette entgegennehmen zu können. Wir sind immer noch nicht sicher ob Sie uns absichtlich dermassen dämlich anmoderiert haben, aber es sei Ihnen so oder so vergeben. Wir müssen Sie ja nicht mehr lange ertragen.

-      An die ehemaligen Schier Wiiber: Danke für die zwei wunderschönen Rosen und die lobenden Worte! Wir werden die Blumen und euch stets in Ehren halten.

-      An unser Publikum: Ihr liebt uns zwar nicht immer, wir euch aber schon…nein, das war ein Scherz, ihr wart einfach fantastisch! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, ihr wart gut drauf, ihr wart uns wohlgesinnt, ihr habt uns zugehört und ihr habt gelacht. Und der donnernde Applaus im Chrämerhuus, im Provisorium und im Bären hat uns beinahe etwas verlegen gemacht!

-      An alle, die uns loben, uns Mut machen, Daumen drücken, Schulter klopfen, Tränen abwischen und wenn nötig einen Tritt in den Hintern verpassen: Danke! Wir brauchen das!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen