Donnerstag, 26. November 2015

Hinter den Kulissen des Clanum Mystericum Teil I: Die Gründung




...Und wie soll es denn heissen, das liebe Kind?

Ganz am Anfang standen zwei Schwestern – nennen wir sie Francesca und Rosmarie -  die zwei grosse Leidenschaften in sich trugen: Die Liebe zur Langenthaler Fasnacht und die Liebe zur Bühne. Nach einem ausgelassenen Fasnachtswochenende beschlossen die beiden Grazien nächstes Jahr aktiv am Geschehen teilzunehmen und da man mit zwei Personen schlecht eine Guggenmusik gründen kann, entschied man sich für eine Schnitzelbank. Gewisses dichterisches Talent wurde den beiden ohnehin nachgesagt.

Mit ihrer Idee steckten sie auch gleich noch ihren Bruder Dimitri und dessen Freund Lucian  an, so dass die Mitgliederanzahl sprunghaft auf vier anstieg (die sich ständig ändernde Grösse der Gruppe ist inzwischen so eine Art Markenzeichen geworden. Geschuldet ist das der Tatsache, dass der Clanum ständig nette Leute adoptiert und sie dazu zwingt mitzumachen).

Nachdem das Baby also erstmal geboren war, stellte sich natürlich die Frage: Wie soll es denn heissen? Ein Name musste her, der möglichst den Charakter der Gruppe widerspiegelt. Weil wir im Vorfeld beschlossen hatten,  uns nur Figuren aus dem Fantasybereich zu widmen – Geister, Hexen, Elfen, Zwerge, Orks, Zombies – entschieden wir uns für Clanum Mystericum. Das ist Kauderwelschlateinisch und soll so viel heissen wie: Mysteriöser Clan.

Leider kapiert ausser den Mitgliedern kein Mensch die Bedeutung des Namens. Aussprechen kann ihn auch niemand. Man muss ihn den Leuten immer wieder ins Ohr schreien bis sie ihn endlich verstehen.  Die Moderatoren künden die Schnitzelbank schon mal als „Katholiken“ an (natürlich, lateinisch bedeutet zwangsläufig irgendetwas mit Kirche). Eine andere Schnitzelbankgruppe die sich jedes Jahr wieder einen Spass daraus macht, uns auf die Schippe zu nehmen, wagt es sogar, den Namen zu verhunzen und betitelt uns als: „Granium.“

Der Clanum mag den Namen trotzdem. Bis zu einem gewissen Grad ist der Name auch Programm für sie: Er ist ungewöhnlich, er ist nicht leicht zu verstehen, er hat einen tieferen Sinn und er polarisiert. Namensgebung geglückt würde ich sagen.

Wie man – aus Versehen – zu Revolutionären wird

Die Gruppe beschloss schnell aus der Schnitzelbank etwas Besonderes zu machen. Man wollte nicht nur Verse runterleiern, sondern dem Publikum eine richtige Show bieten. Also wurden aufwendige Kleider genäht, eine CD zusammengemischt, ein Text geschrieben, Rollenprofile gefertigt und fleissig geprobt. Am Ende stand die Show tatsächlich, eine gewagte Mischung aus Musik, Versen und Sketch.

Sie kam an – zum Teil. Die Gruppe feierte fulminante Erfolge, erntete aber auch harsche Kritik mit der sie – ehrlich gesagt – nicht gerechnet hatte. Ganz selbstverständlich hatte die Gruppe angenommen, sie würde von allen Fasnächtlern willkommen geheissen. Vielleicht nicht gerade geliebt, aber zumindest akzeptiert. Dieser Widerstand irritierte und führte zu einer der fatalsten Fehlentscheidung des Clanums: Man beschloss sich anzupassen und zu singen.

Danach wurde der Clan tatsächlich nicht mehr von der Hälfte des Publikums bespöttelt. Sondern von allen.

Das war aber kein Grund aufzugeben (abgesehen von Singen, das gab der Clanum definitiv und endgültig auf). Man besann sich wieder auf die Wurzeln und kehrte achselzuckend zurück zu dem Image der Revolutionäre. Das hatte man zwar eigentlich nie beabsichtigt, aber so schlecht gefiel das den jungen Wilden eigentlich auch nicht. Und obwohl manch einer noch immer die Nase rümpft, hat mancher sein hämisches Urteil über die Truppe revidieren müssen.

So schlecht sind die nämlich gar nicht. Sie sind einfach jung, wild und sexy. Okay, manchmal auch einfach nur wild.

Vergangene Besetzungen

Viel Wert legt der Clanum auf die Kostüme – die übrigens alle vom Oberhaupt persönlich angefertigt werden und Unikate sind – und die damit verbundenen Rollen. Denn Fasnacht bedeutet nicht, so zu tun, als sei man jemand anderes. Man IST jemand anderes.
Folgende Figuren schauten schon an der Fasnacht in Langenthal vorbei:

Jahr 2011/2012 (Prémiere)
Motto: Mir flüüge!

Der Hexenrat flog vorbei. Er bestand aus:

  • Oberhexe Madame Malevizia (sie ist noch immer eingeschnappt, weil sich niemand ihren vollen Namen merken konnte)
  •  Liebeshexe Lady LaPeitho (sie lässt an dieser Stelle alle Männer, die ihren Besen gehalten haben, herzlich grüssen)
  • Waldzauberer Agapio (Er vermisst seine Riesenspinne. Wer sie findet soll sich bitte bei ihm melden!)
  •  Gruselmagier Quadraginto (Er lässt seinem geneigten Publikum ausrichten, dass er sie alle hasst.) 

Jahr 2012/2013
Motto: Es geischteret

Leider konnten nur drei statt vier Geister  engagiert werden:
  •  Lady Myrtica von Langatun (Sie ist viel zu hochwohlgeboren um das Wort an niedriges Gesindel zu richten).
  • Lord Mikahl von Langatun (Er ist momentan betrunken von zu viel Langatun Schnaps)
  •  Lady Melisande von Langatun (Sie sendet euch allen ihre grosse Liebe).
Jahr 2013/2014
Motto: Putzt und Gstrählt!

Weil ein Mitglied pausierte, musste ein neues gezwungen…äh, ich meine natürlich gefunden werden. In diesem Jahr war die Gruppe politisch absolut korrekt unterwegs, denn es waren zwei Frauen und zwei Männer auf der Bühne.
  •  Dämonin Zaira (Sie ist inzwischen zur Stellvertreterin des Teufels avanciert. Als sprecht sie besser nicht an).
  •  Dämonin Indira (Sie beantwortet seit der Fasnacht massenhaft Fanpost).
  •  Engel Cherubim (Er vermisst seine Engels – Joints. Falls ihr einen findet: Nicht rauchen! Die sind bei weitem stärker als die Gewöhnlichen!)
  •  Engel Serupf…äh Serafina  (Trägt seit der Fasnacht einen rassigen Kurzhaarschnitt. Eingeweihte wissen warum).

Jahr 2014/2015
Motto UrCHig

Aller guten Dinge sind fünf, also pendelte sich die Mitgliederzahl auf fünf ein. Und endlich hatte die Gruppe die ideale Zusammensetzung gefunden! Als Naturgeister waren unterwegs:
  • Der Faun (Rennt noch irgendwo im Wald herum, auf der Suche nach schönen Frauen).
  •  Die vier Jahreszeiten (ist durch die Fasnacht total durcheinander geraten und verwechselt Herbst jetzt schon mal mit Frühling)
  •  Das Trollmädchen (wurde versehentlich in eine Waschmaschine gesteckt und leidet unter dem Trauma)
  •  Flora (hat eine heftige Blumenallergie gegen sich selbst entwickelt).
  •  Der Wassermann (hat sich in der Langete häuslich eingerichtet)
  
Diese fünf Figuren sind die Einzigen, die mit Garantie nicht mehr auftreten werden. Dies weil die Kostüme…nun ja, sagen wir, sie sind einen schnellen Tod gestorben. 

Und dieses Jahr? Nun so viel sei verraten: Es wird bissig!

 

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