Freitag, 29. Mai 2015

Was wir bei GNTM gelernt haben...



Juhu, die diesjährige Gewinnerin von Germany’s next Topmodel wurde nun doch noch auserkoren! Nachdem das Finale wegen einer Bombendrohung abgebrochen werden musste, wurde es nun nach New York verlegt. Damit nun nicht wieder böse, böse Menschen diesen grossartigen Anlass stören können, wurde diesmal auf eine Livesendung verzichtet. Die Qualität ist trotzdem nicht besser, allerdings muss ich zugeben, dass ich dieses Jahr verzichtet habe, es mir anzusehen. Mir fehlte einfach die Lust und die Zeit, stundenlang genau den gleichen Mädchen zuzusehen, wie sie den genau gleichen Catwalk runterstolzieren, wobei sie von hysterisch kreischenden Fans beklatscht werden, die offenbar noch nie einen Menschen gesehen haben, der in der Lage ist geradeaus zu laufen.

Wer gewonnen hat? Nun völlig überraschenderweise hat Vanessa gewonnen. Dass ist die, die aus demselben Kaff stammt wie Heidi Klum. Und das passt einfach zu gut ins Showkonzept, als dass man darauf verzichten könnte.

Zum Ende dieser Stafel resümieren wir doch, was wir alles in diesen Monaten mit Heidi Klum und Wolfgang Joop gelernt haben:

Ø   Man braucht keinen grammatikalisch korrekten Satz bilden zu können, um eine eigene Show moderieren zu dürfen. Heidi Klum beweist diese Tatsache auch dieses Jahr mit ihrer konsequent falsch verwendeten Form des Plusquamperfekts.

Ø  Je hässlicher die Klamotten, desto angesagter die Designer. Nur Laien ziehen sich Kleider an, die farblich zusammenpassen und tatsächlich alle intimen Körperstellen bedecken. Menschen mit Modebewusstsein dagegen kleiden sich in missfarbene Säcke und schminken sich so, als wollen sie sich bei einem Alien – Film bewerben.

Ø  Schüchternheit und Zurückhaltung zeugen davon, dass ein Mensch keinen oder einen schwachen Charakter hat. Unverschämtheit, Frechheit und Arroganz dagegen sind Beweise für eine ausgeprägte Charakterstärke und ideale Voraussetzungen für eine Karriere als Topmodel. 

Ø  Sadistisch veranlagte Menschen sollten Castingdirektor werden. Da kann man junge, unschuldige Mädchen dazu zwingen sich bei völlig absurden Aufgaben lächerlich zu machen. Danach kann man in aller Seelenruhe über ihre Performance lästern und dafür sorgen, dass die Mädchen auch noch den letzten Rest ihrer Selbstachtung verlieren. Und man wird dafür sogar noch bezahlt.

Ø  Intelligenz muss nicht zwangsläufig vorhanden sein, wenn man ins Fernsehen will. Es reicht, wenn man eine dramatische Lebensgeschichte auswendig runterleiern oder einfach richtig schön gemein sein kann. Und dann muss man nur noch irgendein Talent an sich entdecken und ab in die nächste Castingshow.  

Ø  Als Modedesigner darf man ausfallend und beleidigend gegenüber Damen werden ohne dass man eine Ohrfeige kassiert.

Ø  Wenn man wissen will, wie sich die Gladiatoren damals im Kolosseum gefühlt haben, sollte man sich unbedingt bei GNTM anmelden. Wobei selbst die Gladiatoren geradezu zartbesaitet miteinander umgegangen sind, verglichen mit den Zickereien der Mädchen.

Ø  Wenn einem Darya auf der Strasse begegnet, sollte man ihr lieber aus dem Weg gehen, ausser man will es riskieren, dass sie einen beleidigt, am Ohr zieht oder in die Fresse spuckt, um es mit ihrem genauen Wortlaut zu sagen. Und auch Erika sollte man besser grossräumig umfahren.

Ø  Es ist völlig in Ordnung erwachsenen Frauen mit einem funktionierenden Hirnstamm alberne Spitznamen zu verpassen. So wird aus einer Chiara eben eine „Kiki“ und aus einer Katharina eine „Katha“.

Ø  Obwohl Heidi Klum so dünn ist wie eine ausgetrocknete Bohnenstange, isst sie jeden Tag einen Kebab. Und wenn es kein Kebab ist, dann Pommes Frites. Und dass immer Kameras dabei sind, ist einfach ein Zufall.

Ø  Jedes Mädchen wünscht sich Topmodel zu sein. Andere Berufswünsche sind nicht vorhanden, genauso wenig wie das Bedürfnis, sich nicht nur über das Äussere definieren zu lassen. Wer braucht schon Emanzipation, wenn er auch einen straffen Hintern haben kann?

Ø  Verspricht man jemanden ein Titelbild und ein Auto, ist es verdammt einfach denjenigen zu manipulieren und in ein alles verschlingendes Monster zu verwandeln.

Ø  Man ist nur als schönes Model glücklich. Als durchschnittlich aussehender Normalo ist Glück völlig unmöglich. Deshalb ist es auch angemessen, beim Ausscheiden aus der Show in Tränen aufgelöst zu sein und in die Kamera zu stammeln: „Mein Leben ist am Ende.“

Ach, ich freu mich schon auf die nächste Staffel! Wenn ich mir noch weitere zehn Staffeln davon angucke, werde ich noch richtig weise und endlich Teil dieser spannenden, aufregenden und gar nicht oberflächlichen Modewelt. 

Ich kann es kaum erwarten!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen