Dienstag, 28. Oktober 2014

Ein paar gutgemeinte Ratschläge für die katholische Kirche



1.       Krankhafte Fixierung auf Sex aufgeben: Auf eine Art und Weise kann ich durchaus verstehen, dass Priester gerne darüber reden, was in anderen Betten vor sich geht, denn in ihren Betten geht ja – zumindest sollte es so sein – ja nicht so besonders viel vor. Bekanntermassen schwingen sich schliesslich immer die Menschen zu Experten auf, die eigentlich keine Ahnung von ihren Themen haben, denn wenn sie Ahnung davon hätten, würden sie ja nicht darüber reden, wie man etwas richtig macht, sondern es einfach gleich richtig machen. Dennoch finde ich es irgendwie seltsam, wenn ein weisshaariger, milde lächelnder Mann, der so durchscheinend wirkt, als sei er schon mindestens dreimal über den Jordan gegangen, Worte in den Mund nimmt wie Kondom oder Pille. Mir persönlich drängt sich bei Sätzen wie: „Der Geschlechtsverkehr ist für Frauen eine Last“, eher der Gedanke auf, dass der Prediger es anderen schlichtweg  nicht gönnt. Ganz nach dem Motto, wenn ich es nicht haben kann, sollt ihr es auch nicht haben und wenn ihr es doch habt, sollt ihr wenigstens keinen Spass dabei haben. Meine lieben Priester: Wenn ihr versucht die Gottesdienstbesucher aufzuklären, wirkt das keineswegs modern, sondern einfach peinlich. Auf eine fast schon liebenswerte Art peinlich, wie wenn sich unsere Grosseltern mit einem Smartphone abmühen und es trotz zahlreicher Hilfestellungen einfach nicht schaffen, die Kamera richtig einzustellen. 

2.    Frauen als gleichwertige Wesen akzeptieren: Gut, wir haben Brüste. Das lässt sich nicht bestreiten. Es lässt sich auch nicht bestreiten, dass wir in der Lage sind Milch für unsere Kinder zu produzieren. Dennoch sind wir keine Kühe und damit auch keine Nutztiere. Wir sind durchaus ganz normale Lebewesen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen, aber vor allem – man wird es kaum glauben – einen mehr oder weniger funktionierenden Verstand. Wir können alles, was Männer auch können. Und seien wir mal ehrlich: Die Männer haben in der Kirchengeschichte so viel Dummheiten gemacht, viel zu ruinieren gibt es da eigentlich nicht mehr.

3.    Einfach mal die Klappe halten: Ja, das ist ein Punkt, der auch von vielen Politikern vergessen oder verdrängt wird, aber man muss durchaus nicht zu jedem Thema seine Meinung äussern. Wenn man keine Lösung zu einem Problem hat, besteht kein Bedarf, das Problem noch schlimmer zu machen, indem man noch Öl ins Feuer giesst. Reden kann jeder. Die Kunst ist es, dann zu reden, wenn es wirklich notwendig ist.

4.    Nicht nur Versammlungen abhalten, sondern tatsächlich auch etwas auf diesen Versammlungen beschliessen: Es ist durchaus löblich, gemeinsam Entscheidungen treffen zu wollen, nur sollte man diese Entscheidungen dann auch tatsächlich fällen! Und danach sollte man handeln! Eine Versammlung abhalten, dabei aber nix beschliessen, sondern der Öffentlichkeit mitteilen, dass man sich zwar immer noch nicht einigen konnte, man aber einen grossen Schritt weitergekommen ist, weil man sich jetzt zumindest einig geworden ist, dass man in vielen Punkten immer noch uneinig ist, ist irgendwie….peinlich. 
   
5.    Tue Gutes und sprich darüber: So lobenswert die Bescheidenheit der Kirche ist, wenn es um ihr karitativen Handlungen geht, es wäre schon mal gut ab und zu etwas Positives über die Katholische Kirche zu hören. Dann würde ich es vielleicht hin und wieder sogar zugeben, dass ich Katholikin bin.

6.    Die Sache mit dem Gott hat uns gesandt überdenken: Achtung, das wird jetzt eine ganz erschreckende Neuigkeit sein: Die Welt hat sich geändert. Die Menschen gehen nicht mehr davon aus, dass alle kirchlichen Würdenträger, tatsächlich von Gott kommen. Denn wenn es so wäre, hätte Gott ehrlich gesagt einen echt schrägen Sinn für Humor. Oder er hasst uns einfach.

7.    Humor zeigen: Ja, es gibt doofe Witze. Zugegebenermassen gibt es sogar richtig doofe Witze. Und es gibt Themen, über die sollte man sich nicht lustig machen. Aber es macht immer sympathisch, wenn man über sich selbst lacht. Statt jeden anzuknurren, der Scherze über Religionen reisst. Ich habe das noch nie verstanden. Warum soll Gott keine Freude an lachenden Menschen haben? 

Anmerkung: Ich sollte öfters in den Gottesdienst gehen...immer wieder inspirierend.



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